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Ein Tag am Arbeitsgericht:
Schülerinnen und Schüler der Realschule Oppum besuchen das Arbeitsgericht in Krefeld

16 Schülerinnen und Schüler der Arbeitsgemeinschaft Rechtskunde der Realschule Oppum unter Leitung von Frau Madeleine Bormann besuchten am 06.12.2012 das Arbeitsgericht Krefeld. Empfangen wurden sie dort von dem Direktor des Arbeitsgerichts, Olaf Klein, und den ehrenamtlichen Richtern der 1. Kammer, Frau Margret Plöntges und Herrn Horst Krämer.

Zunächst wurde den Schülerinnen und Schülern ein Überblick über die Tätigkeit des Arbeitsgerichts und das arbeitsgerichtliche Verfahren sowie über einige zentrale arbeitsrechtliche Regelungen gegeben. Die Kammern des Arbeitsgerichts bestehen immer aus einem Berufsrichter und zwei ehrenamtlichen Richtern (je ein Arbeitgeber- und ein Arbeitnehmervertreter). Sie entscheiden in erster Instanz alle arbeitsrechtlichen Streitigkeiten zwischen Arbeitnehmern und Arbeitgebern. Das Arbeitsgericht Krefeld ist dabei für den Bereich der Stadt Krefeld und für den Kreis Viersen zuständig. Das Gericht hat insgesamt fünf Kammern und bearbeitet pro Jahr ca. 3.000 neue Verfahren, mehr als die Hälfte davon Streitigkeiten über die Wirksamkeit einer Kündigung.

So verwunderte es nicht, dass alle vier Verfahren, die die Schülerinnen und Schüler „live“ bei der sich anschließenden Kammerverhandlung beobachten konnten, jeweils ausschließlich oder zumindest auch Kündigungen zum Gegenstand hatten. Dabei ging es in einem Fall um eine mündliche Kündigung. Dass diese unwirksam ist, weil Kündigungen immer schriftlich verfasst sein müssen, wussten die Schüler/innen bereits aus dem Unterricht. In einem anderen Fall konnten sie miterleben, wie heftig über eine fristlose Kündigung wegen des Verdachts des Arbeitszeitbetruges gestritten wurde. Obwohl ein solcher Betrug und auch schon der dringende Tatverdacht durchaus eine Kündigung rechtfertigen können, verlor der Arbeitgeber hier in dem später verkündeten Urteil der Kammer den Rechtsstreit, weil das Gericht nicht davon überzeugt war, dass die arbeitgeberseits vorgetragenen Umstände zum Nachweis der Tat oder eines dringenden Tatverdachts ausreichen. Hingegen sah die Kammer in einem weiteren Fall eine betriebsbedingte Kündigung, die wegen erheblichen Auftragseinbruchs ausgesprochen worden war, als wirksam an. Entscheiden musste sie dies nicht mehr, da der Kläger nach den entsprechenden Hinweisen des Gerichts die Klage zurücknahm.

Nach fünf Stunden und vielen interessanten Eindrücken aus der gerichtlichen Praxis ging für die Schülerinnen und Schüler der Realschule Oppum der „Tag am Arbeitsgericht“ zu Ende.